Coding 101 über den Dächern Hamburgs – Ein Erfahrungsbericht

August 8, 2017

Werden Frauen die Zukunft programmieren?

Informatik war zu meiner Schulzeit ein Wahlpflichtmodul und ich erinnere mich noch sehr genau daran, dass in meiner Klasse schätzungsweise 20 Schüler waren, 6 davon waren Mädchen. Damals dachte ich mir nicht viel dabei, aber rückblickend bestätigt meine Erfahrung die Statistiken. Die Computer- und Technikbranche ist eine der schnellst wachsenden Branchen der Welt, dennoch bleiben viele Positionen unbesetzt. Der Grund? Nur wenige Frauen entscheiden sich für ein technisches Studium oder eine technische Ausbildung.

Doch woran liegt das? Gibt es zu wenig Anreiz? Ist die Förderung nicht ausreichend?

Auch ich habe mich damals gegen eine Karriere in der Technik entschieden. Nach viel Bedenkzeit und einem auf Eis gelegtem Studium studiere ich heute Öffentlichkeitsarbeit und Unternehmenskommunikation in Kiel. Dabei verbringe ich überdurchschnittlich viel Zeit an meinem Laptop und schreibe: von Pressemitteilungen, Social Media Posts über PR-Konzepte und Content für Webseiten ist eigentlich alles dabei. In meinem Studium setzte ich mich dabei beinah täglich mit dem Internet auseinander, aber was dahintersteckt oder wie Webseiten aufgebaut sind wusste ich bisher nicht.

Wie alles begann: #ilooklikeanengeneer

Um das zu ändern habe ich Anfang des Jahres angefangen mich intensiver mit dem dritten Medienfeld, der Innovation, auseinanderzusetzen. Durch Zufall stieß ich bei Twitter auf den Hashtag #ilooklikeanengeneer mit dem Tausende Frauen weltweit gegen das Vorurteil des männlichen, brilletragenden Nerds als technisches Genie ankämpfen und Akkreditierung für ihre eigene Arbeit erstreiten wollen. Angespornt von so viel Engagement kaufte ich mir Tage später das Buch „The Innovators“ und war begeistert zu erfahren, dass es sich bei dem Vorreiter der modernen Technik eigentlich um eine Vorreiterin handelte - um Ada Lovelace. Frauen haben demnach schon immer einen Platz in der Entwicklung gehabt, er muss nur gestärkt werden.

Ausgestattet mit null Erfahrung, aber umso mehr Euphorie fing ich an nach Programmierkursen für Anfänger zu suchen und bin durch Facebook schließlich auf moinworld e.V. gestoßen. Ohne lange zu überlegen, meldete ich mich für den Web Development Baustein 1 an, einen von vielen Programmierkursen, in denen man HTML & CSS, JavaScript, Python oder Android Programmierung lernen kann.

Mit Programmiergrundwissen auf zu neuen Herausforderungen

Als ich am 27. Juni 2017 dann das Büro von esailors T Solutions GmbH betrat, empfingen mich viele nette Gesichter und ein wunderschöner Ausblick über die Hamburger Innenstadt. Ich fühlte mich vom ersten Moment aufgehoben. Egal ob Helfer oder Teilnehmerinnen, alle waren super freundlich und engagiert. Mein anfänglicher Respekt vor dem Programmieren verflog zu meiner Freude auch sehr schnell. Ich war mir nicht sicher, ob das Codieren mir liegen würde, hatte im Vorherein ein wenig Angst von Zahlen überrollt zu werden, aber Anja Schumann und ihr Team nahmen mir jegliche Zweifel. Dabei war es sehr hilfreich, dass die verschiedenen Programmierungsschritte genau erklärt wurden und man sich für aufkommende Fragen Zeit nahm.

Der Kurs dauerte zwar nur ein paar Wochen und ich bin noch weit davon entfernt eine professionelle Entwicklerin zu sein, doch habe ich das Gefühl mir zumindest ein Grundwissen über grafische Elemente und Webseiten im Allgemeinen angeeignet zu haben, welches sich im Verlauf meines Studiums bestimmt als sehr hilfreich zeigen wird. Programmieren erlaubt mir ständig neue Dinge zu lernen. Es gibt mir die Möglichkeit, Teil einer Gemeinschaft zu sein, die sich gegenseitig unterstützt und mich gleichzeitig dazu antreibt, mich weiter zu entwickeln, um neue Aufgaben zu lösen. Ich werde es auf jeden Fall weiterverfolgen – danke, moinworld!

Gastbeitrag von Laura Höner

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